Die zuverlässigsten Autos Deutschlands laut TÜV-Report 2025
Die zuverlässigsten Autos Deutschlands laut TÜV-Report 2025, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Welche Autos halten, was sie versprechen – und welche fallen bei der Hauptuntersuchung reihenweise durch? Der aktuelle TÜV-Report 2025 gibt die Antwort. Basierend auf über zehn Millionen geprüften Fahrzeugen zeigt er, welche Modelle auf deutschen Straßen besonders zuverlässig sind und bei der Hauptuntersuchung kaum Mängel zeigen. Für Verbraucher, die auf Langlebigkeit, geringen Wartungsaufwand und solide Technik Wert legen, bietet dieser Bericht eine wertvolle Orientierung beim Autokauf. Der TÜV-Report gilt seit Jahrzehnten als verlässlicher Gradmesser für Fahrzeugqualität – und auch 2025 überrascht er mit spannenden Ergebnissen: Von Kleinstwagen bis Luxuslimousine reicht das Spektrum, doch nur wenige Modelle bestehen mit Bestnoten.

Was der TÜV-Report 2025 wirklich zeigt

Der TÜV-Report 2025 liefert einen umfassenden Überblick über die technische Zuverlässigkeit von in Deutschland zugelassenen Pkw. Die Ergebnisse basieren auf über 10 Millionen Hauptuntersuchungen im Zeitraum Juli 2023 bis Juni 2024, ausgewertet nach verschiedenen Altersklassen. Hier zeigt sich: über 60 Prozent der Fahrzeuge erfüllen die HU ohne Beanstandungen, während etwa ein Viertel aller Autos wegen erheblicher Mängel nachgebessert werden muss. Ältere Fahrzeuge schneiden tendenziell schlechter ab, doch bestimmte Modelle halten auch über viele Jahre hinweg problemlos durch.

Grundlage und Methodik

Im TÜV-Report werden die Mängelquoten nach Fahrzeugalter und -klasse differenziert. Betrachtet wird jeweils das erste bis dritte Jahr, vierte bis fünfte usw. Der Report unterscheidet auch zwischen „erheblichen“ und „geringen“ Mängeln. In der Kategorie der schwerwiegenden Mängel fallen bei den 2–3 Jahre alten Pkw rund 20–25 Prozent durch die Hauptuntersuchung. Je älter die Fahrzeuge, desto höher die Mängelquote – so fielen 2–3 Jahre alte Pkw nur zu etwa 6,4 % durch, während es bei den 12–13 Jahre alten bereits rund 28,1 % waren.

Insgesamt wurden rund 228 verschiedene Fahrzeugmodelle analysiert, die in sechs Altersklassen (2–3 Jahre, 4–5 Jahre, 6–7 Jahre, 8–9 Jahre, 10–11 Jahre, 12–13 Jahre) aufgeteilt sind. Als Datenbasis dienten etwa 10,2 Millionen durchgeführte Hauptuntersuchungen im genannten Zeitraum. Diese große Stichprobe gewährleistet, dass die Ergebnisse sehr repräsentativ sind und eine verlässliche Aussage über den Gesamtbestand treffen lassen.

Die Mängelquote eines Modells ist somit ein wichtiger Indikator für seine technische Zuverlässigkeit. Sie gibt an, wie viele Fahrzeuge eines Typs bei der HU einen erheblichen Defekt aufweisen. Liegt diese Quote nur im einstelligen Prozentbereich (wie zum Beispiel die 2,4 % beim Honda Jazz), gilt das als außergewöhnlich gut. Zum Vergleich: Bei typischen Gebrauchten kann sie beim ersten HU-Termin bei 10–15 % liegen. Modelle mit Quoten unter etwa 5 % gelten allgemein als sehr zuverlässig.

Die Hauptuntersuchung (HU) überprüft alle sicherheitsrelevanten Komponenten wie Bremsanlage, Beleuchtung, Lenkung und Karosserie. Nur Fahrzeuge mit so gravierenden Mängeln fallen „verkehrsunsicher“ aus und werden stillgelegt – das war bei nur rund 0,06 % der Prüflinge der Fall. Solche kritischen Defekte zählen zur Kategorie „erhebliche Mängel“. Insgesamt zeigt sich ein realistisches Bild: Die HU-Prüfer dokumentieren akribisch alle Defekte, vom Lampenwechsel bis zum aufwändigen Getriebeschaden.

Eine bemerkenswerte Entwicklung ist, dass Rost heutzutage kaum noch ein ernstes Problem darstellt. Dank verbesserter Materialien und Korrosionsschutz halten Karosserien immer länger. Der Bericht stellt fest, dass die Fahrzeuge in Deutschland im Schnitt über 10 Jahre alt sind, aber die Mängelquoten trotzdem nur minimal gestiegen sind. De facto sind 45 % aller Pkw mindestens zehn Jahre alt, doch die Quote gravierender Mängel liegt weiterhin bei etwa 20 %. In den Worten des TÜV-Chefs: „Die Langlebigkeit der Fahrzeuge verbessert sich, Rost ist kaum noch ein Thema.“ Daraus folgt, dass ein gut gepflegter Gebrauchtwagen selbst im hohen Alter sehr zuverlässig sein kann.

Altersklassen im Vergleich

Die Auswertung nach Altersklassen zeigt deutliche Unterschiede: Nur rund 6,4 % der 2–3 Jahre alten Pkw fallen mit erheblichen Mängeln durch, dieser Anteil steigt jedoch mit zunehmendem Alter stark an – auf über 28 % bei den 12–13 Jahre alten Fahrzeugen. Ältere Autos sind damit deutlich reparaturanfälliger. Insgesamt sind die Mängelquoten jedoch auf dem Niveau des Vorjahres verblieben, nachdem ein pandemiebedingter Pflege-Effekt wieder abgeklungen ist. Das gestiegene Durchschnittsalter des Pkw-Bestands (derzeit etwa 10,3 Jahre) zeigt, dass viele Fahrzeuge lange im Einsatz bleiben. Für den Gebrauchtwagenmarkt bedeutet das einerseits höhere Wartungskosten, andererseits können Käufer von einer großen Auswahl gut gewarteter jüngerer Modelle profitieren.

Gesamtsieger und Klassenbesten

Der Honda Jazz (4. Generation) ist der unangefochtene Gesamtsieger des TÜV-Reports 2025. Nur 2,4 % aller zwei- bis drei Jahre alten Jazz wiesen erhebliche Mängel auf. Damit erzielt dieses Modell die niedrigste Mängelquote im gesamten Fahrzeugbestand. Knapp dahinter liegen der VW Golf Sportsvan mit 2,5 % und der Audi Q2 mit 2,6 % (beide in der Altersklasse 2–3 Jahre). Ebenfalls sehr zuverlässig sind der Porsche 911 Carrera und der Mitsubishi ASX mit je etwa 2,6–2,7 % Mängeln. Schon im TÜV-Report 2024 dominierte der Golf Sportsvan mit nur 2,0 % Mängeln – der niedrigsten Quote aller getesteten Fahrzeuge – und auch der Audi TT, Mazda CX-3 und die Mercedes B-Klasse lagen damals weit vorne. Die aktuellen Daten bestätigen, dass diese Modelle über mehrere Jahre hinweg zu den am seltensten reparaturbedürftigen Fahrzeugen gehören.

Interessant ist, dass der Honda Jazz 2025 in der vierten Generation auch als Vollhybrid angeboten wird. Trotz der komplexeren Hybridtechnik erwies sich der Jazz im Alltag als extrem robust. Offenbar stellen die zusätzlichen Hybridkomponenten keine merkliche Fehlerquelle dar, denn der Jazz blieb mit Abstand das zuverlässigste Modell.

Im Test: Der Honda Jazz e:HEV – zuverlässig, sparsam und laut TÜV-Report 2025 eines der besten Autos Deutschlands:

Film: YouTube / Kanal Ubi-testet

 

Klassenbesten

Im kleinsten Segment überzeugen besonders Modelle aus Asien: Der Kia Picanto belegt mit nur 3,8 % Mängeln die Spitzenposition in der Mini-Klasse. Im Bereich der Kleinwagen führt der Honda Jazz mit 2,4 %. Beide Modelle zeigen, dass auch kompakte Fahrzeuge extrem zuverlässig sein können und oft über 96 % mangelfrei bleiben.

In der Kompaktklasse steht der VW e-Golf an der Spitze (3,4 %), womit zugleich der Elektro-Golf das beste Ergebnis unter allen Elektroautos erzielt. In der Mittelklasse führen die Modelle Audi A4 und A5 mit lediglich 4,7 % – trotz hoher durchschnittlicher Laufleistungen von rund 60.000 km beim ersten TÜV-Termin. Das bedeutet, dass selbst große Limousinen bei sorgfältiger Wartung eine sehr geringe Defektquote aufweisen.

Auch in spezielleren Kategorien finden sich verlässliche Spitzenreiter: Als zuverlässiger Familienvan hat sich erneut der VW Golf Sportsvan mit nur 2,5 % Mängeln herausgestellt. Unter den SUVs siegt der kompakte Audi Q2 mit 2,6 %. Diese Fahrzeuge kombinieren praktische Eigenschaften (viel Platz bzw. erhöhte Sitzposition) mit hoher Technikqualität.

Zuverlässigkeit von Elektroautos

Erstmals enthält der TÜV-Report auch Daten zu Elektrofahrzeugen. Unter den E-Autos schneidet der VW e-Golf mit nur 3,4 % auffälligen Mängeln am besten ab. Auch Modelle wie der Hyundai Kona Elektro, der Mini Cooper SE und der VW ID.3 weisen hohe Zuverlässigkeit auf. Am anderen Ende der Skala findet sich das Tesla Model 3 mit 14,2 % Fehlerrate nach drei Jahren. Elektroautos zeigen teilweise spezifische Schwachstellen: Da bei E-Autos die Rekuperation oft zum Bremsen genutzt wird, verschleißen die Bremsen langsamer, arbeiten dann aber in der HU teilweise schlechter. Zudem belastet das hohe Batteriegewicht die Achsaufhängungen stärker. Insgesamt liegen die Mängelquoten von E-Fahrzeugen im Mittel jedoch nicht deutlich über denen von Verbrennern.

Der VW e-Golf war zwar kein neues Modell mehr, steht aber im Report an der Spitze. Diese frühe Elektro-Generation mit kleiner Batterie musste keine hochkomplexen Systeme pflegen – stattdessen vertraute sie auf bewährte Golf-Technik. Vermutlich trägt diese vergleichsweise einfache Auslegung zur hohen Zuverlässigkeit bei.

Der VW e-Golf im Praxistest – leise, effizient und laut TÜV-Report 2025 eines der zuverlässigsten Elektroautos Deutschlands:

Film: YouTube / Kanal auto motor und sport

Sport- und Luxuswagen

Besonders auffällig ist die Robustheit des Porsche 911 Carrera: In allen Altersstufen belegt er Spitzenpositionen. So liegt seine Mängelquote bei 4–5 Jahre alten Modellen bei lediglich 3,1 % und selbst bei über zehnjährigen Fahrzeugen nur bei 5,6 %. Auch in den Langzeit-Tabellen bleibt der 911 damit unerreicht. Viele Luxuslimousinen und Sportwagen schneiden dagegen etwas schwächer ab: BMW-3er/4er-Modelle erreichen nach drei Jahren oft schon etwa 6–7 % Mängel, und der 5er/6er liegt mit etwa 8 % noch darüber. Das zeigt, dass auch vermeintlich hochwertige Fahrzeuge in der Praxis häufiger Nachbesserungen benötigen. Insgesamt bleibt der Porsche 911 ein Ausreißer nach unten in puncto Reparaturaufwand und bietet Langzeit-Eignung auf sehr hohem Niveau.

Vergleichstabelle - Zuverlässige Modelle

Eine Übersicht der zuverlässigsten Modelle in ausgewählten Klassen:

Fahrzeugklasse Modell (Beispiel) Mängelquote*
Mini Kia Picanto 3,8 %
Kleinwagen Honda Jazz 2,4 %
Kompaktklasse VW e-Golf 3,4 %
Kompakt-SUV Audi Q2 2,6 %
Van/MPV VW Golf Sportsvan 2,5 %
Mittelklasse Audi A4/A5 4,7 %
Sportwagen/Luxus Porsche 911 Carrera 3,1 %

* Mängelquote beim ersten TÜV-Termin (nach ca. 3 Jahren).

Marken im Überblick

Die TÜV-Daten verdeutlichen, welche Hersteller tendenziell besonders zuverlässige Autos liefern. Generell schneiden japanische und koreanische Marken sehr gut ab: Beispiele sind Honda und Mitsubishi an der Spitze. Aber auch europäische Hersteller erringen Top-Platzierungen: Volkswagen und Audi stellen mehrere Klassenbesten (Golf Sportsvan, e-Golf, Audi Q2, Audi A4/A5). Deutsche Marken zeigen ein gemischtes Bild: VW und Audi treten mehrfach als Klassenbeste auf, wohingegen BMW vergleichsweise oft im Mittelfeld liegt. Dies deutet darauf hin, dass die modellgenaue Historie wichtiger ist als der reine Markenname. Insgesamt unterstreichen die Daten, dass Wartung und Pflege oft entscheidender sind als das Logo auf dem Kühlergrill.

Der TÜV-Report 2025 zeigt deutlich, welche Fahrzeuge in Deutschland am wenigsten fehleranfällig sind. Besonders hervorzuheben sind dabei der Honda Jazz, der VW Golf Sportsvan, der Audi Q2 und der VW e-Golf – alle mit außerordentlich niedrigen Mängelquoten im jungen Gebrauchtwagenalter. Auch der Porsche 911 Carrera überzeugt über lange Zeiträume hinweg mit minimalen Defektzahlen. Diese Modelle bieten Käufern und Flottenbetreibern entsprechend hohe Zuverlässigkeit. Wer ein wartungsarmes Auto sucht, findet bei den genannten Typen hervorragende Optionen.

Insgesamt bestätigt der TÜV-Report, dass regelmäßige Wartung und eine sorgsame Fahrweise mindestens genauso wichtig sind wie die Modellwahl. Käufer, die auf bewährte Technik und konservativen Fahrstil setzen, profitieren mit den genannten Autos von sehr geringer Störanfälligkeit.

Insgesamt belegt der TÜV-Report eindrucksvoll: Technische Zuverlässigkeit ist messbar und planbar – ein entscheidender Faktor bei der Fahrzeugwahl.

Aus den TÜV-Report-Ergebnissen lassen sich konkrete Empfehlungen ableiten. Käufer, die ein möglichst wartungsarmes Auto suchen, sollten Modelle mit konstant niedriger Mängelquote ins Auge fassen. Besonders die genannten Spitzenreiter (Jazz, Sportsvan, Q2, e-Golf, 911 Carrera usw.) bieten sich als zuverlässige Gebrauchtwagen an. Mindestens ebenso wichtig wie die Modellauswahl ist allerdings regelmäßige Wartung. Wer die Servicetermine einhält und Verschleißteile rechtzeitig austauscht (z.B. Bremsbeläge, Reifen), kann auch schwächeren Modellen eine lange Nutzungsdauer ermöglichen. Bei Elektroautos sollte man zudem darauf achten, den Batteriezustand zu prüfen und die Bremsen gezielt zu beanspruchen, um typische Probleme zu vermeiden. Für Hersteller und Händler liefert der TÜV-Report ebenfalls wertvolle Hinweise: Modelle, die seit Jahren in den Top-Listen stehen, bestätigen die langfristige Qualität dieser Baureihen. Hersteller, deren Autos häufig am Ende des Reports auftauchen, sollten ihre Qualitätspolitik überdenken. Insgesamt ist der TÜV-Report ein umfassendes Barometer für den Zustand des deutschen Pkw-Bestands und hilft Verbrauchervertretungen, Trends rechtzeitig zu erkennen.

Handlungsempfehlungen

  • Vertrauen Sie beim Kauf auf Modelle mit nachweislich niedriger Mängelquote (z.B. Honda Jazz, VW Golf Sportsvan, Audi Q2, VW e-Golf, Porsche 911).
  • Achten Sie auf lückenlose Wartungshistorie: Regelmäßige Inspektionen und rechtzeitiger Teileaustausch senken das Ausfallrisiko bei jedem Fahrzeug.
  • Nutzen Sie den TÜV-Report und ähnliche Quellen als Entscheidungshilfe: Ein niedriges Mängelquoten-Ranking entlastet langfristig Werkstattkosten.
  • Bei Elektroautos sollten Sie den Zustand der Batterie überwachen und die Bremsen gezielt beanspruchen, um Verschleiß zu vermeiden.
  • Hersteller können durch gezielte Verbesserungen auf Basis der Report-Ergebnisse ihre Fahrzeuge noch sicherer machen.
  • Der TÜV-Report dient als transparente Grundlage für politische Entscheidungen und Verbraucherinformation über Fahrzeugqualität im Alter.

Quelle:

  • CHIP Online: „TÜV-Report 2025: Diese Autos sind besonders zuverlässig“ (Artikel vom 30.04.2025) 
  • ADAC News: „TÜV-Report 2025: Tesla wird Letzter im Mängel-Report“ (22.11.2024) 
  • Instamotion Blog: „Die Sieger im TÜV-Report 2025: Qualität, die überzeugt“
  • TÜV SÜD: „Mängelzwerge und Fehlerriesen – TÜV-Report 2025“ (Pressebericht) 
  • FOCUS Online: „TÜV-Report 2024: Autos mit den wenigsten Mängeln“ (Artikel vom 16.11.2023)