Ein Forschungsprojekt der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt zeigt, dass Tourismus mehr sein kann als Hotels und Sehenswürdigkeiten. Die Untersuchung befasste sich mit den Städten Ingolstadt, Augsburg und Nürnberg und suchte nach Wegen, wie Gastlichkeit die Stadtentwicklung langfristig prägen kann.
Inhaltsverzeichnis:
- Ingolstadt, Augsburg und Nürnberg im Fokus
- Historische Räume und neue Impulse
- Synthese-Workshop in Ingolstadt
- Chancen für die Kommunen
Ingolstadt, Augsburg und Nürnberg im Fokus
Das Projekt begann im September 2023. Die Wissenschaftler analysierten die bestehenden Konzepte der Stadtplanung in allen drei Städten. Parallel dazu untersuchten Studierende die vorhandenen Netzwerke. Ziel war es, Tourismus als Teil einer übergreifenden Lebensraumgestaltung zu verstehen.
In den Regional-Workshops wurden unterschiedliche Akteure eingebunden:
- Hoteldirektoren
- Künstler, darunter Graffiti-Künstler
- Vertreter aus Verwaltung und Wirtschaft
Besonders in Ingolstadt spielte die Zusammenarbeit mit der IFG Ingolstadt unter Valentin Herbold eine Rolle. Dort wurden vor allem Themen wie Naturnähe, Einbindung der Flüsse Donau und Schutter sowie Verkehrsprobleme diskutiert.
Historische Räume und neue Impulse
Ein zentrales Ergebnis war die Bedeutung historischer Gebäude für die touristische Zukunft. Professor Harald Pechlaner betonte, dass Ingolstadt durch die Sichtbarmachung seiner Geschichte vom Festungsstandort bis zur Autostadt ein großes Potenzial habe.
Die Städte verfügen über zahlreiche historische Strukturen. Experten schlugen vor:
- Bessere Beleuchtung zur Inszenierung historischer Orte.
- Einsatz von Virtual-Reality-Anwendungen statt statischer Tafeln.
Diese Maßnahmen sollen nicht nur Touristen ansprechen, sondern auch die Lebensqualität der Bewohner steigern.
Synthese-Workshop in Ingolstadt
Alle Ergebnisse der Regional-Workshops wurden in einem großen Treffen am Zukunftscampus der Universität im Georgianum zusammengeführt. Dabei wurde betont, dass Städte nicht nur funktional, sondern aus der Atmosphäre heraus gedacht werden müssen. Diese Erkenntnis gilt als Schlüssel für eine nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität.
Auch Mitarbeiter Felix Hiemeyer hob hervor, dass die partizipative Struktur des Projekts ein Vorteil sei. Stadtplaner und Tourismusverantwortliche waren von Anfang an beteiligt, sodass die Ideen auch als ihre eigenen verstanden werden.
Chancen für die Kommunen
Die Untersuchung zeigte, dass nur wenige zentrale Ansatzpunkte notwendig sind, um deutliche Verbesserungen zu erzielen. Diese Punkte betreffen Touristen ebenso wie die Bewohner der Städte.
Die wichtigsten Erkenntnisse lassen sich zusammenfassen:
- Stärkere Verknüpfung von Natur und Stadtraum.
- Integration historischer Bauten in die moderne Stadtentwicklung.
- Nutzung neuer Technologien für Information und Präsentation.
- Kooperation verschiedener gesellschaftlicher Gruppen.
Damit eröffnet sich für die Kommunen eine Grundlage, um Stadtentwicklung und Tourismus enger miteinander zu verzahnen.
Quelle: Ingolstadt-Today