Die Stadt Ingolstadt steht vor einem außergewöhnlichen Haushaltsjahr. Aufgrund der angespannten Finanzlage wird es für 2026 nur einen vorläufigen Haushalt geben. Das hat das Finanzreferat in der jüngsten Stadtratssitzung erläutert. Die Stadt kann keinen genehmigungsfähigen Haushalt für das Jahr 2026 vorlegen. Damit wird die Übergangsphase zum Regelfall.
Inhaltsverzeichnis:
- Franz Fleckinger erklärt die neue Haushaltslage
- Stefanie Wendl über Handlungsspielräume bei freiwilligen Ausgaben
- Auswirkungen auf Bauprojekte und Verwaltung
- Ein Jahr der Disziplin und Umstrukturierung
Franz Fleckinger erklärt die neue Haushaltslage
Finanzreferent Franz Fleckinger und Kämmerin Stefanie Wendl haben die Situation im Stadtrat präzisiert. Nur gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben und bestehende Verträge dürfen weiterhin erfüllt werden. Dazu zählen Gehälter, Mieten, Energiekosten und soziale Leistungen. Bei diesen Ausgaben sollen lediglich Mindeststandards beibehalten werden.
Das bedeutet:
- Neue Projekte werden grundsätzlich gestoppt.
- Laufende Bauvorhaben werden überprüft.
- Kredite sind nur in Absprache mit der Regierung von Oberbayern zulässig.
Die Stadt bleibt zwar formal finanziell souverän, muss sich jedoch eng mit der Regierung abstimmen. Das betrifft auch Bereiche wie Infrastruktur und Bauwesen. Mehr zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region finden Sie unter Ingolstadts Haushaltsdefizit.
Stefanie Wendl über Handlungsspielräume bei freiwilligen Ausgaben
Kämmerin Stefanie Wendl betonte, dass gewisse Spielräume bleiben. Auch freiwillige Leistungen, etwa kulturelle Veranstaltungen oder Unterstützung für Einrichtungen, könnten als notwendig eingestuft werden. Bei diesen Ausgaben gilt eine Haushaltssperre von 30 Prozent. Damit will die Kämmerei vermeiden, dass das Defizit weiter anwächst.
Der Nachtragshaushalt 2025 erhöhte das Kassenkreditvolumen um rund 43 Millionen Euro auf 117 Millionen. Diese Mittel müssen nun über mehrere Jahre reichen, da auch 2027 und 2028 kein genehmigter Haushalt erwartet wird. Weitere Informationen über die geplanten Sparmaßnahmen finden Sie unter Ingolstadt spart massiv.
Auswirkungen auf Bauprojekte und Verwaltung
Bauprojekte werden in diesem Sparmodus neu bewertet. Das Baureferat soll Standards bei laufenden Arbeiten senken. Neue Verpflichtungen dürfen nur eingegangen werden, wenn sie gesetzlich vorgeschrieben sind. So soll die Stadt langfristig handlungsfähig bleiben. Auch laufende Verträge werden neu verhandelt, um günstigere Konditionen zu erreichen.
In der Verwaltung gilt eine strikte 10-Prozent-Sperre für Pflichtaufgaben. Das bedeutet geringere Budgets selbst in zentralen Bereichen. Dennoch sollen wichtige Dienstleistungen aufrechterhalten werden. Eine ähnliche Entwicklung in der städtischen Finanzpolitik wurde bereits im Bericht hier beschrieben.
Ein Jahr der Disziplin und Umstrukturierung
2026 wird für Ingolstadt ein Jahr der Disziplin. Die Stadt tritt in eine Phase ein, in der jeder Euro gezählt wird. Pflichtaufgaben werden nur mit Mindeststandard erfüllt, freiwillige Leistungen stark begrenzt. Trotz dieser Maßnahmen bleibt Ingolstadt in engem Austausch mit der Regierung von Oberbayern und versucht, Stabilität zu sichern.
Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, ob die Stadt ihre finanzielle Eigenständigkeit bewahren kann. Zahlreiche Projekte stehen auf dem Prüfstand, doch der Wille, die Kontrolle zu behalten, bleibt bestehen.
Quelle: NEUBURGER RUNDSCHAU